Kurskonzept - Botulinum-Kurs (Zertifizierungskurs)

Botulinum-enthaltende Präparate werden seit vielen Jahren national und international in der ästhetischen Medizin eingesetzt. In Deutschland ist seit Januar 2006 mit Vistabel® erstmals ein Arzneimittel mit Botulinumtoxin Typ A in einer ästhetischen Indikation (Therapie der Glabellafalte) arzneimittelrechtlich zugelassen. 2009 folgte die Zulassung von Azzalure® und Bocouture® für die entsprechende Indikation. Im Jahr 2013 wurde die Zulassung von Vistabel® ergänzt durch die Behandlung von Krähenfüßen sowie der Kombinationsbehandlung von Glabella und Krähenfüßen. 2016 folgte die Zulassung von Azzalure® für die entsprechende Indikation. 2017 erhielt Bocouture® die Zulassung für das gesamte obere Gesichtsdrittel (auch Stirn). 

Auf Grund dieser Zulassungen ist die Anzahl der Behandlungen und damit auch die Anzahl der Anwender in den vergangenen Jahren stetig angestiegen, eine Änderung der Tendenz ist im Moment nicht abzusehen. 

Bei richtiger Anwendung ist die Therapie mit Botulinumtoxin Typ A ein sicheres, effektives Verfahren. Nebenwirkungen sind auf eine fehlerhafte Anwendung zurückzuführen. 

In der Vergangenheit gab es eine Vielzahl von Kursen mit uneinheitlichem Aufbau und Inhalt. 

Gerade für Neueinsteiger in die Methode sind aber einheitliche Behandlungsrichtlinien entscheidend. Ziel muss es sein, durch entsprechende Ausbildung und Information die Behandlungen maximal sicher zu gestalten und ein insgesamt hohes Behandlungsniveau sowie eine hohe Patientensicherheit zu erhalten. 

Für zukünftige Patienten ist eine Orientierungshilfe, mit der sie die Qualifikation des Behandlers abschätzen können, von großem Wert. Bisher sind Patienten meist einer Inflation von Informationen von nicht-ärztlicher Seite ausgesetzt. 

Im Dezember 2005 wurde die Deutsche Gesellschaft für ästhetische Botuliumtoxin-Therapie (DGBT) gegründet, die die Erforschung und Weiterentwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen in der Botulinumtoxin-Therapie bei ästhetischen Indikationen zum Ziel hat. 

Ein zentrales Anliegen der DGBT ist es, Ärzten fachgruppenübergreifend durch eine fundierte und standardisierte Aus- und Fortbildung einen sicheren Einstieg in das Behandlungsverfahren zu ermöglichen. 

Zu diesem Zweck bietet die DGBT standardisierte, zertifizierte Schulungen an. 

Die Ausbildung erfolgt in Form eines aufeinander aufbauenden Currciculums mit theoretischer und praktischer Wisssensvermittlung und -überprüfung. 

Die zertifizierten Schulungen zum Einsatz von Botulinum in der ästhetischen Medizin haben zum Ziel, aktuellen und zukünftigen Injektoren eine standardisierte, am aktuellen Stand des Wissens orientierte Aus- und Weiterbildung anzubieten, die die Qualität und Sicherheit der Anwendung von Botulinum in der ästhetischen Medizin sicherstellt. 

Es wurde ein einheitliches Kurs-Curriculum entwickelt, an das sich die Ausbilder halten müssen. Da großer Wert auf didaktisch hochwertige Fortbildung gelegt wird, werden auch die Präsentations-Folien und alle Theorie-Inhalte standardisiert und den Referenten zur Verfügung gestellt. 

Das Curriculum wird an den Ergebnissen der deutschen Konsensusgruppe ausgerichtet und gemäß den neuesten Entwicklungen und Erkenntnissen regelmäßig aktualisiert. 

Die Referenten sind ihrerseits seit vielen Jahren Experten des Verfahrens, die ihr theoretisches und praktisches Können durch aktive Mitgliedschaft in Fachgesellschaften und klinischer Erfahrung erworben haben und bereits Erfahrungen im Unterrichten haben. 

Der Absolvent soll über Möglichkeiten und Grenzen der ästhetischen Botulinum-Therapie, Bescheid wissen und die gängigen Indikationen mit deren Injektionstechniken in Theorie und Praxis beherrschen.

Voraussetzung der Teilnahme

  • Approbierte Mediziner (Ausnahme Zahnärzte)

Fortbildungsanforderung

  • Schriftliche Wissensabfrage nach jedem Kurstag.
  • Teilnahme an den praktischen Übungen mit praktischer Abschlussprüfung.
  • Der Kurs kann nur als Zweitagespaket gebucht werden, die Buchung von einzelnen Kurstagen ist nicht möglich.

Inhalt 1. Kurstag

Inhalt 2. Kurstag

Theorie

Theorie

  • Grundlagen zu Anatomie und Wirkungsweise sowie zugelassenen Indikationen der ästhetischen BTX-Therapie
  • Weitere Indikationen
  • Patientenführung
  • Sinnvolle Kombinationsbehandlungen

Praxis

Praxis

  • Umgang mit BTX-A
  • Demonstration der Injektionstechnik an Probanden durch die Referenten
  • Gegenseitiges Injizieren mit Kochsalzlösung oder Verum
  • Entwerfen eigener Injektionsschemata
  • Demonstration der Injektionstechnik an Probanden durch die Referenten
  • Gegenseitiges Injizieren mit Kochsalzlösung oder Verum

Abschlusstest

Abschlusstest

  • Theorie und Praxis
  • Theorie und Praxis

Zertifizierung Ärztekammer

Die Zertifizierung der Kurse wird bei den zuständigen Landesärztekammern beantragt.

Kursbuchung

Teilnehmerzahl max. 15.

Zielgruppe

Die Kurse richten sich an approbierte Ärzte aller Fachrichtungen mit Ausnahme Zahnärzte. 

Laut Auskunft der Bundeszahnärztekammer ist jegliche Behandlung, ob Filler, ob BTX-A oder Laserhautbehandlungen außerhalb der Mundhöhle – dazu gehören auch die Lippen – nicht durch Zahnärzte durchzuführen! 

Aufgrund dieses Sachverhaltes bildet die DGBT derzeit keine Zahnärzte aus.

Bitte beachten Sie

Für die Inanspruchnahme der reduzierten Kursgebühren muss der Antrag auf Mitgliedschaft in der DGBT bei Kursanmeldung vorliegen; eine nachträgliche Verrechnung kann nicht vorgenommen werden.

Ihr Bonus als DGBT-Mitglied

Als DGBT Mitglied profitieren Sie von vielen Vorteilen – unter anderem von reduzierten Kursgebühren. Wenn Sie noch kein Mitglied sind, finden Sie alle wichtigen Informationen hier.

Erteilung der DGBT-Zertifizierung

Für die erfolgreiche Teilnahme erhalten Sie das DGBT-Zertifikat.

Die Erteilung der DGBT-Zertifizierung erfolgt nur, wenn folgende Kriterien erfüllt sind: 

  • Teilnahme an beiden Kurstagen 
  • Bestehen der schriftlichen und praktischen Prüfung, d.h. spätestens am Ende des zweiten Kurstages demonstriert der Teilnehmer eine eigenständige Injektion der Glabellaregion. 

Das heißt, die DGBT Zertifizierung erfolgt nicht automatisch bei reiner (passiver) Teilnahme, sondern wird erst nach Bestehen vor allem des praktischen Teiles erteilt. 

Hierbei soll niemand „rausgeprüft“ werden; gerne helfen und erklären die Referenten bei Unsicherheiten oder Fragen noch, bis hier einfach Sicherheit besteht (für die Anwender und deren potentielle Patienten)! 

Dies ist im Interesse aller notwendig, um das Zertifikat nicht zu „verwässern“. 

Falls eine Zertifizierung aufgrund Nicht-Erfüllens der genannten Anforderungen nicht erfolgen kann, wird dem Teilnehmer die Möglichkeit zu einer kostenpflichtigen Nachprüfung im Rahmen des nächsten DGBT Kongresses eingeräumt.

1. KURSTAG

Theoretischer Teil 1 (Kursleiter)
Anatomie der Gesichts- und Halsmuskulatur (Überblick), Schwerpunkt oberes Gesichtsdrittel.

  • Einführung Botulinumtoxine
    • Historie
    • Wirkmechanismus (Lokale Effekte, Wirkeintritt / Wirkende, Langzeitsicherheit)
    • Sicherheit von Botulinumtoxin
    • Indikationen in der Medizin vs. Ästhetik, Kontraindikationen (absolut vs. realativ)
    • Antigenität bei Botulinumtoxin
    • Nebenwirkungen
  • On-label / off-label use
  • Patientenaufklärung

Kaffeepause

Theoretischer Teil 2 (Co-Referent)

  • Umgang mit Botulinumtoxin
    • Botolinum vs. Speywood Einheiten, Rekonstitution, Dosierung
    • Tipps zum Handling, Standard vs. alternative Auflösung
    • Darstellung von Injektionstechniken
    • Desinfektion des Injektionsareals
    • welches Equipment eignet sich besonders
    • Entsorgung

Mittagspause

Praktischer Teil 1 (Kursleiter und Co-Referent)

  • Behandlung der Glabellafalte mit Botulinumtoxin
    • Vorstellung der Indikation auf Basis eigener Daten des Kursleiters und publizierter Studien
    • Anatomie
    • Injektionsschema Glabella
    • Vermeiden von NW und unerwünschten Behandlungseffekten
  • Behandlung der Stirn (M. Fronatlis)
    • Vorstellung der Indikation
    • Anatomie
    • Injektionsschema Stirn
    • Vermeiden von NW und unerwünschten Behandlungseffekten
  • Behandlung der lateralen Augenfalten
    • Vorstellung der Indikation
    • Anatomie
    • Injektionsschema laterale Augenfalten
    • Vermeiden von NW und unerwünschten Behandlungseffekten
  • Eigenständige Injektion der Kursteilnehmer unter Aufsicht wechselweise unter den Kursteilnehmern (Verum oder Wirkstoff) mit Überprüfung / Korrektur der Injektionstechnik

Kaffeepause

Praktischer Teil 2 (Kursleiter und Co-Referent)

  • Demonstration an Probanden bzw. am „Modell“
  • Injektionsstellen
    • „muss“
    • „kann“
    • „darf nicht“
  • Identifizierung möglicher Fehlerquellen und ihre Vermeidung durch Qualitätsmanagement
    • bei der Handhabung des Produktes
    • bei der Injektion
    • in der Patientenführung
  • Eigenständige Injektion der Kursteilnehmer unter Aufsicht wechselweise unter den Kursteilnehmern (Verum oder Wirkstoff) mit Überprüfung / Korrektur der Injektionstechnik

Schriftlicher Abschlusstest (Kursleiter und Co-Referent)

2. KURSTAG

Theoretischer Teil 1 (Kursleiter)

  • Wiederholung der Indikationen von Tag 1 (Glabella, Stirn, Krähenfüße)
  • Anatomie der Gesichts- und Halsmuskulatur unter besonderer Berücksichtigung des mittleren und unteren Gesichtsdrittels sowie des Halses
  • Behandlung des Brauenlifts (medial vs. lateral)
  • Behandlung der Masseterhypertrophie
  • Behandlung des Gummy smile
  • Behandlung der perioralen Falten
  • Behandlung der mentolabialen Falten
  • Behandlung des M. mentalis
  • Behandlung des Platysma
  • Behandlung der axillären Hyperhidrose

Zu allen Behandlungsfeldern wird jeweils bearbeitet:

  • Anatomie
  • Vorstellung der Indikation
  • Injektionsschema axilläre Hyperhidrose
  • Vermeiden von NW und unerwünschten Behandlungseffekten

Kaffeepause

Theoretischer Teil 2 (Co-Referent)

  • Information über adjuvante und alternative Verfahren (second line), Grenzen der Methode
  • Kombinationsbehandlungen mit anderen Rejuvenierungsverfahren: Was ist zu beachten. Vorteile, Nachteile, praktisches Vorgehen, Beispiele
  • Sinnvolle Kombinationsbehandlungen mehrerer Regionen mit Botulinumtoxin
  • Vorstellung von Beispielfällen aus der eigenen Praxis
  • Offene Fragen
  • Erfahrungsaustausch: Hier besteht z.B. die Möglichkeit, Problemfälle der eigenen Praxis vorzustellen

Mittagspause

Praktischer Teil 1 (Kursleiter und Co-Referent)

  • Umgang mit Botulinumtoxin
    • Auflösung des Arzneimittels
    • Dosierung von Botulinumtoxin
    • Entsorgung
  • Demonstration der verschiedenen Indikationen an Probanden bzw. am „Modell“
  • Injektionsstellen
    • „muss“
    • „kann“
    • „darf nicht“

Kaffeepause

Praktischer Teil 2 (Kursleiter und Co-Referent)

  • Identifizierung möglicher Fehlerquellen und ihre Vermeidung durch Qualitätsmanagement
    • bei der Handhabung des Produktes
    • bei der Injektion
    • in der Patientenführung
  • Eigenständige Injektion der Kursteilnehmer unter Aufsicht wechselweise unter den Kursteilnehmern (Verum oder Wirkstoff) mit Überprüfung / Korrektur der Injektionstechnik

Schriftlicher Abschlusstest (Kursleiter und Co-Referent)

Ihr Bonus als DGBT-Mitglied

Als DGBT Mitglied profitieren Sie von vielen Vorteilen – unter anderem von reduzierten Kursgebühren. Wenn Sie noch kein Mitglied sind, finden Sie alle wichtigen Informationen hier.

Website

Die Aufnahme auf der gesellschaftseigenen Website ist ausschließlich Mitgliedern der DGBT vorbehalten.

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