Mythen und Fakten rund um Botulinum

Entspannter Gesichtsausdruck statt Mimikstarre!

Ein häufiges Vorurteil gegen die Faltentherapie mit Botulinum ist, dass die Substanz einen starren Gesichtsausdruck hervorruft. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall:

Bei fachgerechter Anwendung von Botulinum gewinnt das Gesicht ein frisches Aussehen - der Ausdruck bleibt natürlich und wirkt entspannt.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Behandlung von einem erfahrenen und geschulten Arzt durchgeführt wird, der die Injektionen richtig dosiert und platziert. Die sichere und hochwirksame Reduzierung der Falten hält bis zu vier Monate an und erfreut sich größter Zufriedenheit bei den Patienten, wie aktuelle Studien belegen. 

Sicheres Medikament statt Gift!

Daher: seit 2006 Zulassung in Deutschland in der Faltenbehandlung

Fälschlicherweise wird Botulinum häufig als Gift bezeichnet. Diese weit verbreitete Fehleinschätzung basiert wahrscheinlich auf der Tatsache, dass Botulinum in nicht aufbereiteter Form und Dosis giftig ist. Dagegen handelt es sich bei stark verdünntem, als Medikament aufbereitetem Botulinum um ein sicheres und wirksames Arzneimittel, bei dessen Anwendung nur sehr selten vorübergehende Nebenwirkungen auftreten. Um einen Menschen damit zu vergiften, müsste dieser wahrscheinlich mehr als 3.000 Flaschen des Medikaments trinken. Es gilt also auch hier die Regel von Paracelsus aus dem Jahr 1538: "Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist".

Belegt ist die Sicherheit und Wirksamkeit von Botulinum durch langjährige medizinische Forschung und Anwendungserfahrung, die bereits 1989 zur ersten Zulassung als Medikament führte. Seither hat sich die Substanz bei der Behandlung schwerer neurologischer Bewegungsstörungen, wie zum Beispiel dem "Schiefhals" (zervikale Dystonie), als Mittel der ersten Wahl etabliert.  

Aufgrund der zwischenzeitlich vorliegenden klinischen Erfahrungen und aussagekräftiger Studien, die die Sicherheit und Wirksamkeit von Botulinum in der Faltenbehandlung beweisen, wurde der Wirkstoff unter dem Handelsnamen Vistabel® vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Januar 2006 in Deutschland zur Faltentherapie zugelassen. 2009 folgte die Zulassung für Azzalure® und Bocouture®.

Muskelentspannung statt Lähmung!

Ein weitere Fehleinschätzung zur Wirkung von Botulinum ist die vermeintliche Lähmung der Körperbereiche rund um die behandelten Muskeln. Genau betrachtet ist es jedoch nicht korrekt, bei der Botulinum -Therapie von "Lähmung" zu sprechen, sondern eher von Muskelentspannung. Die muskelentspannenden, im Fachjargon muskelrelaxierenden Eigenschaften des Medikaments hängen eng mit dessen besonderem Wirkprinzip zusammen:

Die Substanz blockiert zeitlich befristet die Reizübertragung zwischen Nerven und den behandelten, verkrampften Muskeln, die dadurch entspannen. Unerwünschte Effekte wie hängende Augenlider oder eine starre Gesichtsmimik treten dabei nur äußerst selten auf und sind zumeist auf Behandlungsfehler zurückzuführen, zum Beispiel Überdosierungen und Fehlinjektionen. In der Regel ist die Faltentherapie mit Botulinum sehr sicher und gut verträglich.

Zudem baut sich der Wirkstoff innerhalb von durchschnittlich 3 bis 6 Monaten wieder ab. Spätestens dann verschwinden auch eventuell aufgetretene Nebenwirkungen. Allerdings lässt in diesem Zeitraum auch die muskelentspannende und faltenreduzierende Wirkung nach. Für eine langfristig erfolgreiche Behandlung sind deshalb regelmäßige Injektionen mit Botulinum notwendig. Das - wenn auch sehr seltene - Auftreten von Nebenwirkungen zeigt, wie wichtig es ist, die Behandlung von einem erfahrenen und geschulten Arzt durchführen zu lassen.