DGBT - Kurs Ästhetische Injektionsverfahren Botulinum (Zertifizierungskurs)

Kurskonzept - Botulinum-Kurs

Botulinum-enthaltende Präparate werden seit vielen Jahren national und international in der ästhetischen Medizin eingesetzt. In Deutschland ist seit Januar 2006 mit Vistabel® erstmals ein Arzneimittel mit Botulinumtoxin Typ A in einer ästhetischen Indikation (Therapie der Glabellafalte) arzneimittelrechtlich zugelassen. 2009 folgte die Zulassung von Azzalure® und Bocouture® für die entsprechende Indikation. Im Jahr 2013 wurde die Zulassung von Vistabel® ergänzt durch die Behandlung von Krähenfüßen sowie der Kombinationsbehandlung von Glabella und Krähenfüßen.

Auf Grund dieser Zulassungen ist die Anzahl der Behandlungen und damit auch die Anzahl der Anwender in den vergangenen Jahren stetig angestiegen, eine Änderung der Tendenz ist im Moment nicht abzusehen.

Bei richtiger Anwendung ist die Therapie mit Botulinumtoxin Typ A ein sicheres, effektives Verfahren. Nebenwirkungen sind auf eine fehlerhafte Anwendung zurückzuführen.

In der Vergangenheit gab es eine Vielzahl von Kursen mit uneinheitlichem Aufbau und Inhalt.

Gerade für Neueinsteiger in die Methode sind aber einheitliche Behandlungsrichtlinien entscheidend. Ziel muss es sein, durch entsprechende Ausbildung und Information die Behandlungen maximal sicher zu gestalten und ein insgesamt hohes Behandlungsniveau sowie eine hohe Patientensicherheit zu erhalten.

Für zukünftige Patienten ist eine Orientierungshilfe, mit der sie die Qualifikation des Behandlers abschätzen können, von großem Wert. Bisher sind Patienten meist einer Inflation von Informationen von nicht-ärztlicher Seite ausgesetzt.

Im Dezember 2005 wurde die Deutsche Gesellschaft für ästhetische Botulinumtoxin-Therapie (DGBT) gegründet, die die Erforschung und Weiterentwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen in der Botulinumtoxin-Therapie bei ästhetischen Indikationen zum Ziel hat.

Ein zentrales Anliegen der DGBT ist es, Ärzten fachgruppenübergreifend durch eine fundierte und standardisierte Aus- und Fortbildung einen sicheren Einstieg in das Behandlungsverfahren zu ermöglichen.

Zu diesem Zweck bietet die DGBT standardisierte, ärztekammerzertifizierte Schulungen an.

Die Ausbildung erfolgt in Form eines aufeinander aufbauenden Currciculums mit theoretischer und praktischer Wissensvermittlung und -überprüfung.

Die zertifizierten Schulungen zum Einsatz von Botulinum in der ästhetischen Medizin haben zum Ziel, aktuellen und zukünftigen Injektoren eine standardisierte, am aktuellen Stand des Wissens orientierte Aus- und Weiterbildung anzubieten, die die Qualität und Sicherheit der Anwendung von Botulinum in der ästhetischen Medizin sicherstellt.

Es wurde ein einheitliches Kurs-Curriculum entwickelt, an das sich die Ausbilder halten müssen. Da großer Wert auf didaktisch hochwertige Fortbildung gelegt wird, werden auch die Präsentations-Folien und alle Theorie-Inhalte standardisiert und den Referenten zur Verfügung gestellt.

Das Curriculum wird an den Ergebnissen der deutschen Konsensusgruppe ausgerichtet und gemäß den neuesten Entwicklungen und Erkenntnissen regelmäßig aktualisiert.

Die Referenten sind ihrerseits seit vielen Jahren Experten des Verfahrens, die ihr theoretisches und praktisches Können durch aktive Mitgliedschaft in Fachgesellschaften und klinischer Erfahrung erworben haben und bereits Erfahrungen im Unterrichten haben.

Der Absolvent soll über Möglichkeiten und Grenzen der ästhetischen Botulinum-Therapie, Bescheid wissen und die gängigen Indikationen mit deren Injektionstechniken in Theorie und Praxis beherrschen.

Voraussetzung der Teilnahme & Fortbildungsdauer

Teilnehmer: Approbierte Ärzte aller Fachrichtungen, Dauer: 2 x 7 Stunden

Mindestteilnehmerzahl: 8, maximal 15 Teilnehmer

Ab 10 Teilnehmern Durchführung durch jeweils zwei Referenten
Zu erreichende Zertifizierung durch DGBT: „Zertifizierter Anwender für ästhetische Botulinum-Toxin-Therapie“
Zu erreichende Zertifizierung durch LÄK: Punkte gemäß Kat C

Rationale: Standardisierte Ausbildung mit theoretischer/ praktischer Überprüfung um hohes Ausbildungsniveau und Sicherheit der Methode zu gewährleisten.

1. Kurstag: Basis

2. Kurs-Tag: Advanced

Theorie:

Theorie:

  • Anatomie, Propädeutik Wirkungsweise BTX-A, zugelassene ästhetische Indikationen (Glabella, Hyperhidrose)
  • weitere ästhetische Indikationen (off-label-use)
  • Sinnvolle Kombinationsbehandlungen

Praxis:

Praxis:

  • Umgang mit Wirkstoff
  • Demonstration der Injektionstechnik
  • Üben am Modell (Glabellainjektion)
  • Entwickeln eigener Injektionskonzepte
  • Üben am Modell
  • Injektion an Probanden

Prüfung:

Prüfung:

  • Theoretische Prüfung (Multiple choice Fragen)
  • Praktische Prüfung: Injektion Glabella
  • Theoretische Prüfung (Multiple choice Fragen)
  • Praktische Prüfung: Injektion Glabella und weitere Indikationen

Bescheinigungen:

Bescheinigungen:

  • LÄK-Zertifizierung Kategorie C
  • Teilnahmebescheinigung durch DGBT
  • LÄK-Zertifizierung Kategorie C
  • Teilnahmebescheinigung durch DGBT
  • DGBT-Zertifizierung *

* Zu erreichende Zertifizierung durch DGBT: "Zertifizierter Anwender für ästhetische Injektionsverfahren Botulinum"

Erteilung der DGBT-Zertifizierung

Die Erteilung der DGBT-Zertifizierung erfolgt nur, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Teilnahme an beiden Kurstagen
  • Bestehen der schriftlichen und praktischen Prüfung, d.h. spätestens am Ende des zweiten Kurstages demonstriert der Teilnehmer eine eigenständige Injektion der Glabellaregion.

Das heißt, die DGBT Zertifizierung erfolgt nicht automatisch bei reiner (passiver) Teilnahme, sondern wird erst nach Bestehen vor allem des praktischen Teiles erteilt.

Hierbei soll niemand "rausgeprüft" werden; gerne helfen und erklären die Referenten bei Unsicherheiten oder Fragen noch, bis hier einfach Sicherheit besteht (für die Anwender und deren potentielle Patienten)!

Dies ist im Interesse aller notwendig, um das Zertifikat nicht zu "verwässern".

Falls eine Zertifizierung aufgrund Nicht-Erfüllens der genannten Anforderungen nicht erfolgen kann, wird dem Teilnehmer die Möglichkeit zu einer kostenpflichtigen Nachprüfung im Rahmen der nächsten DGBT Jahrestagung eingeräumt.

1. Kurstag: Anatomie der Gesichts- und Halsmuskulatur (Überblick), Schwerpunkt oberes Gesichtsdrittel

Inhalt
Theoretischer Teil  

  • Einführung Botulinumtoxine
    • Darstellung
    • Wirkmechanismus
      • Lokale Effekte
      • Wirkeintritt/ Wirkende
      • Langzeitsicherheit
    • Historie
    • Indikationen
    • Sicherheit von Botulinumtoxin
    • Langfristiger Einsatz von Botulinumtoxin
    • Antigenität bei Botulinumtoxin
  • On-label/ off-label use
  • Patientenaufklärung
  • Patientenführung
  • Botulinumtoxin in der ästhetischen Praxis. Rechtliche Grundlagen
    • Dokumentation
    • Versicherung/Haftung
    • Abrechnung
  • Information über adjuvante und alternative Verfahren (second line), Grenzen der Methode
  • Darstellung des praktischen Vorgehens
    • Tipps zum Handling, Auflösen
    • Darstellung von Injektionstechniken
  • Behandlung der Glabellafalte mit Botulinumtoxin
    • Vorstellung der Indikation auf Basis eigener Daten des Kursleiters und publizierter Studien
    • Injektionsschema Glabella
    • Vermeiden von NW und unerwünschten Behandlungseffekten

Praktischer Teil

  • Umgang mit Botulinumtoxin
    • Auflösung des Arzneimittels
    • Dosierung von Botulinumtoxin
    • Entsorgung
  • Injektionstechnik
    • Desinfektion des Injektionsareals
    • welches Equipment eignet sich besonders
  • Demonstration an Probanden bzw. am "Modell"
  • Injektionsstellen
    • "muss"
    • "kann"
    • "darf nicht"
  • Identifizierung möglicher Fehlerquellen und ihre Vermeidung durch Qualitätsmanagement
    • bei der Handhabung des Produktes
    • bei der Injektion
    • in der Patientenführung
  • Eigenständige Injektion der Kursteilnehmer unter Aufsicht wechselweise am Modell mit Überprüfung/Korrektur der Injektionstechnik
  • Schriftlicher Abschlusstest

Ziele des Ersten Kurstages

Am Ende der Schulung sollen alle Teilnehmer

  • den Wirkmechanismus von Botulinumtoxin verstanden haben, um die klinischen Aspekte der Therapie mit diesem Wirkstoff in allen Facetten dem Patienten gegenüber vertreten zu können und eine effektive, sachlich korrekte Patientenaufklärung durchführen zu können.
  • den manuellen Umgang mit Botulinumtoxinen erlernen, um eine sichere Anwendung am Patienten gewährleisten zu können.
  • den notwendigen Dokumentations- und Aufklärungsumfang erlernt und in Fallbeispielen angewendet haben.
  • die verschiedenen Injektionstechniken und indikations-bezogenen Injektionsorte kennen gelernt und an ausgewählten Fallbeispielen exemplarisch durchgeführt haben.
  • mögliche Fehlerquellen in der Handhabung des Arzneimittels und der Injektion in die Zielmuskulatur erkennen und vermeiden können.

2. Kurstag: Anatomie der Gesichts- und Halsmuskulatur unter besonderer Berücksichtigung des mittleren und unteren Gesichtsdrittels sowie des Halses

Inhalt
Theoretischer Teil  

  • On-label/ off-label use
  • Patientenaufklärung
  • Patientenführung
  • Indikationen der Behandlung des mittleren und unteren Gesichtsdrittels sowie des Halses und Injektionsschemata
  • Ausführliche Darstellung möglicher Nebenwirkungen und deren Vermeidung
  • Information über adjuvante und alternative Verfahren (second line), Grenzen der Methode
  • Kombinationsbehandlungen mit anderen Rejuvenierungsverfahren: Was ist zu beachten. Vorteile, Nachteile, praktisches Vorgehen, Beispiele
  • Sinnvolle Kombinationsbehandlungen mehrerer Regionen mit Botulinumtoxin
  • Vorstellung von Beispielfällen aus der eigenen Praxis
  • Offene Fragen
  • Erfahrungsaustausch: Hier besteht z.B. die Möglichkeit, Problemfälle der eigenen Praxis vorzustellen

Praktischer Teil

  • Umgang mit Botulinumtoxin
  • Auflösung des Arzneimittels
  • Dosierung von Botulinumtoxin
  • Entsorgung
  • Demonstration der verschiedenen Indikationen an Probanden bzw. am "Modell"
  • Injektionsstellen
    • "muss"
    • "kann"
    • "darf nicht"
  • Identifizierung möglicher Fehlerquellen und ihre Vermeidung durch Qualitätsmanagement
    • bei der Handhabung des Produktes
    • bei der Injektion
    • in der Patientenführung
  • Eigenständige Injektion der Kursteilnehmer unter Aufsicht an Probanden mit Überprüfung/Korrektur der Injektionstechnik
  • Schriftlicher Abschlusstest

Ziele des Zweiten Kurstages

Am Ende der Schulung sollen alle Teilnehmer

  • die Indikationen und Injektionstechniken des mittleren und oberen Gesichtsdrittels kennen gelernt haben.
  • die verschiedenen Injektionstechniken und indikations-bezogenen Injektionsorte kennen gelernt und an ausgewählten Fallbeispielen exemplarisch durchgeführt haben.
  • über mögliche Risken und Nebenwirkungen bei diesen Indikationen sowie deren Vermeidungsstrategien Bescheid wissen.
  • Kombinationsbehandlungsschemata kennen gelernt und selbst erstellt haben.
  • Kombinationsbehandlungen von Botulinumtoxin und anderen Verfahren der ästhetischen Medizin zu den jeweiligen Indikationen kennen gelernt haben.

Wichtige Informationen zu den Kursen

Teilnehmer: 

Laut Auskunft der Bundeszahnärztekammer ist jegliche Behandlung ob Filler, ob Botox oder Laserhautbehandlungen außerhalb der Mundhöhle - und dazu gehören auch die Lippen - nicht durch Zahnärzte durchzuführen!

Aufgrund dieser Tatsache bildet die DGBT keine Zahnärzte aus

Approbation: 

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass Sie mit Ihrer Anmeldung versichern, dass Sie im Besitz einer in Deutschland gültigen Approbation sind.

Homepage DGBT: 

Die Aufnahme auf die DGBT Homepage ist DGBT-Mitgliedern vorbehalten, zertifizierte Mitglieder werden als solche hervorgehoben.

Mitgliedschaft DGBT: 

Wenn eine Mitgliedschaft in der DGBT gewünscht ist, muss die Anmeldung vor Kursantritt vorliegen; eine nachträgliche Verrechnung von Anmelde- und Kursgebühr kann nicht erfolgen.

Erteilung der DGBT-Zertifizierung: 

Die Erteilung der DGBT-Zertifizierung erfolgt nur, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Teilnahme an beiden Kurstagen
  • Bestehen der schriftlichen und praktischen Prüfung (vgl hierzu auch Homepage der DGBT), d.h. spätestens am Ende des zweiten Kurstages demonstriert der Teilnehmer eine eigenständige Injektion der Glabellaregion. 

Falls eine Zertifizierung aufgrund Nicht-Bestehens der genannten Anforderungen nicht erfolgen kann, wird dem Teilnehmer die Möglichkeit zu einer kostenpflichtigen Nachprüfung im Rahmen der nächsten DGTB Jahrestagung eingeräumt

Unabhängig davon erhalten alle Teilnehmer eine LÄK Zertifizierung für die reine Teilnahme an den Veranstaltungen.

Stornierungsbedingungen: 

Der Kurs kann nur als Zweitagespaket gebucht werden, die Buchung von einzelnen Kurstagen ist nicht möglich.

Eine Stornierung der Teilnahme bis 14 Tage vor Kursbeginn ist gebührenfrei möglich.

Im Falle einer Stornierung weniger als 14 Tage vor Kursbeginn werden 50 % der Kursgebühren fällig

Ein Nichterscheinen zu einem oder beiden Kurstagen befreit ausdrücklich nicht von der Zahlungsverpflichtung der im Anmeldeformular ausgewiesenen Teilnahmegebühren.

Sollte eine Teilnahme an einem Kurstag nicht möglich sein, werden Ihnen Alternativtermine angeboten, ein bestimmter Ort kann dabei nicht garantiert werden. Sollten die Alternativtermine nicht wahrgenommen werden können, besteht kein Anspruch auf eine Zertifizierung oder auf eine Teilrückerstattung der Teilnahmegebühren.