3. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Botulinumtoxin-Therapie e. V (DGBT): Kongressbericht

26.- 27. Februar 2010 Frankfurt am Main

„Große Dinge entstehen nicht aus einem Impuls heraus, sondern aus einer Serie von kleinen Dingen, die man zusammenbringt.“

(Frankfurt, im März 2010 – dgbt) Zum dritten Mal lud die DGBT am 26. und 27. Februar 2010 ihre 520 Mitglieder sowie alle interessierten Ärzte zu ihrer Jahrestagung nach Frankfurt am Main ein. „Bei der konzeptionellen Gestaltung wurde aufgrund der Erfahrung der Vorjahre darauf geachtet, sich auf das Botulinumtoxin Typ A (BTX-A), das Kernthema der DGBT, zu konzentrieren“, so Dr. Boris Sommer, 1. Vorsitzender der Gesellschaft. So wurden neben aktuellen Ergebnissen der Grundlagenforschung auch erweiterte Indikationsgebiete vorgestellt und mit den Anwesenden rege diskutiert. Das Thema BTX-A erfuhr zudem eine sinnvolle Ausweitung, indem man den Wirkstoff als Baustein in dem immer komplexer werdenden Gebiet der minimal-invasiven Verfahren zur Optimierung des persönlichen Erscheinungsbildes darstellte. Hier gehörten moderne Füllsubstanzen, Peeling- sowie Laserverfahren zu den präsentierten Gesamtkonzepten. Nach dem Treffen der DGBT-Referenten, im Rahmen dessen die neuen Entwicklungsziele der Gesellschaft festgelegt wurden –unter anderem die Erweiterung des Curriculums um standardisierte Kurse in der Kombinationstherapie mit BTX-A und z.B. Fillern – versammelten sich die Teilnehmer am Nachmittag zu einer mehrstündigen Vortragsreihe rund um den Wirkstoff BTX-A.

Grundlegendes zu Botulinumtoxin Typ A

Kaum ein anderer Wirkstoff konnte in den letzten Jahren sein Indikationsspektrum so erweitern, kaum ein anderer erhält so viel Aufmerksamkeit in den Medien. Zahlreiche Studien erweitern ständig das Wissen, neue Zulassungssituationen müssen für die Anwender überschaubar werden. Für alle drei derzeit in Deutschland zugelassenen BTX-A Präparate wurden die Sicherheit und Effektivität bei ästhetischen Behandlungen in großen Studien belegt: Auf der Jahrestagung wiesen die Drs. Welf Prager (Hamburg) und Gerhard Sattler (Darmstadt) darauf hin, dass sich für ästhetische Standardindikationen wie Krähenfüße inzwischen äquivalent gute Ergebnisse für alle drei Produkte ermitteln ließen. Wie sich bei den Vorträgen der Drs. Kelvin Tan (Marlow), Torsten Walker (Ludwigshafen) und Klaus Fritz (Landau) zeigte, werden viele Detailfragen zu den einzelnen Präparaten und ihren Eigenschaften wie beispielsweise Dosisäquivalenz und das Diffusionsverhalten noch kontrovers diskutiert. Professor Marc Heckmann (Starnberg) merkte hierzu an, künftig besser von „Gewebeverteilung“ zu sprechen, eine Diffusion des BTX-A findet gemäß der korrekten physikalischen Definition nicht statt. Die Gewebeverteilung sei abhängig von der Dosis sowie individuellen Faktoren und könne durch eine Injektion außerhalb des Muskels begünstigt werden, so Hoffmann. Professor Wolfgang Jost (Wiesbaden) präsentierte aus neurologischer Sicht klinische Bilder und stellte zum Thema „Fakten und Mythen zu BTX-A“ nochmals klar, dass korrekt in den Muskel injiziertes BTX-A sich dort rezeptorvermittelt in den motorischen Endplatten festsetzt. Das einmal ins Axon aufgenommen BTX-A verbleibe dort, erläuterte der Neurologe auf der Veranstaltung.

Neue Einsatzgebiete

Spannende Behandlungskonzepte und klinische Bilder stellten Dr. Darius Alamouti (Herne) und Dr. Wolfgang Philip-Dormston (Köln) in der Behandlung anspruchsvoller Indikationen wie der dicken Wade oder dem Square Face Syndrom vor. Letztere Indikation ist wichtiger Bestandteil des „Full Face“- Ansatzes, bei dem das Gesicht anhand eines 3D-Vektoren-Modells eingeteilt wird, um alle räumlichen Ebenen bei der Behandlung zu berücksichtigen. Auch in der Vermeidung von Narben kann BTX-A eine Rolle spielen, wie Fr. Dr. Tanja Fischer (Potsdam) berichtete. In einer Studie konnte sie nachweisen, dass BTX-A, wenn es vor der geplanten Exzision injiziert wurde, bei Patienten mit Neigung zur hypertrophen Narbenbildung zu besseren kosmetischen Resultaten und geringerer Narbenbildung führt.

Die Zukunft: Kombinationstherapie und Gesamtkonzepte

Nach einer wohlverdienten und fröhlichen After-Work-Party am Freitagabend ging es am Samstagvormittag mit Gesamtkonzepten minimal-invasiver ästhetischer Verfahren in der Plenumsveranstaltung weiter. Zur Optimierung der Hautoberfläche können zum einen moderne Laserverfahren dienen, wie die Drs Klaus Hoffmann (Bochum), Tanja Fischer und Sabine Zenker (München) mitteilten. Zum anderen können laut Professor Uwe Wollina (Dresden) auch Salicylsäure-Peelings mit sehr guten Erfolgen bei der Verbesserung der Hautqualität und Reduzierung entzündlicher Akne-Läsionen eingesetzt werden. Filler der neuen Generation eignen sich sowohl für die klassische Faltenbehandlung als auch für die Volumenaugmentation, die eine zunehmende Schlüsselfunktion in der minimal-invasiven Rejuvenationstherapie einnimmt. Neben den von Dr. Boris Sommer (Frankfurt) vorgestellten guten Langzeitergebnissen der Volumentherapie mit hochvernetzten Hyaluronsäuren im ästhetischen Bereich konnte Dr. Sabine Stangl (Hamburg) eindrucksvoll den Behandlungserfolg dieser Füllsubstanzen bei HIV assoziierter Lipatrophie demonstrieren. Der umfassende Vortrag „Filler for specialists“ von Dr. Konrad deBoulle leitete über zu den Kombinationsbehandlungen einzelner Regionen. Dr. Marion Krakor (Leipzig) referierte zum Thema „Schöner Mund“, Dr Philip-Dormston zeigte kombinierte Behandlungsverfahren bei Nasolabialfalte und stellte so exemplarisch die zehn R’s (refill-relax-recontour-resurface-retighten-repaint-revoluminize-reshaperedarpe- replenish) der modernen Ästhetischen Dermatologie vor. PD Dr. Maurizio Podda (Darmstadt) zeigte Möglichkeiten der periorbitalen Behandlung. In der schwierigen Behandlung der Hände stellte Dr. Walker erste Studienergebnisse mit einem neuen sogenannten Alginatfiller vor. Die Vortragsveranstaltung wurde durch den Übersichtsvortrag der Justitiarin der DGBT Dr. Gwendolyn Gemke (München) zu aktuellen juristischen Aspekten abgeschlossen.

Von der Theorie zur Praxis

Praktisch wurde es Samstagnachmittag. In Seminaren und Workshops hatten die Teilnehmer die Möglichkeit zum Erfahrungs- und Wissensaustausch mit ausgewiesenen Experten und konnten sich nochmals intensiv mit speziellen Techniken und medizinischen Fragestellungen auseinandersetzen. Als „Pilotkurse“ fanden parallel zu den Seminaren zwei intensive Hands-on-Workshops für bereits zertifizierte DGBT-Mitglieder in kleinen Gruppen statt: zum einen ein so genannter Refresher- Kurs zur Optimierung der BTX-A-Injektionstechnik insbesondere in schwierigen Regionen, zum anderen wurden Kombinationstherapien gelehrt. Auch diesmal konnten sich die Veranstalter über eine durchweg positive Resonanz aller Teilnehmer freuen. „Die im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene Teilnehmerzahl spricht dafür, dass die DGBT Jahrestagung als Fortbildungsveranstaltung sehr gut angenommen wird“, freut sich die Organisatorin Dr. Dorothee Bergfeld. Bereits jetzt beginnt daher die Planung für das kommende Jahr: Am letzten Februarwochenende, dem 25. und 26. 2011 wird die vierte DGBT Jahrestagung in Frankfurt stattfinden.

Kontakt DGBT

Dr. med. Dorothee Bergfeld
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