2. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Botulinumtoxin-Therapie e. V (DGBT): Kongressbericht

27.- 28. Februar 2009 Frankfurt am Main

"Die Antworten von heute sind offenen Türen zu den Fragen von morgen"

Am 22. und 23. Februar 2009 fand die 2. Jahrestagung der DGBT in Frankfurt statt. Obwohl es sich um eine noch sehr "junge" Veranstaltung handelt, hat sie sich doch schon einen festen Platz in der Landschaft ästhetischer Kongresse sichern können und die Veranstalter konnten sich daher über ein reges Interesse und über eine große Teilnehmerzahl freuen.

Spannende Themen wurden aufgrund vielfachen Wunsches diesmal in zwei großen Plenumsveranstaltungen am Freitagnachmittag und Samstagvormittag zusammengefasst, um allen die Teilnahme zu ermöglichen. Der Samstagnachmittag stand wieder im Zeichen der Arbeit in kleinen Seminargruppen zu ausgewählten Themen. Begleitet wurde die Veranstaltung durch Workshops mit praktischen Demonstrationen und Hands-on- Trainingsmöglichkeiten.

Auftakt der Veranstaltung bildete das Referententreffen der DGBT am Freitagnachmittag, bei dem die Weiterentwicklung der DGBT Kursunterlagen und der Erfahrungsaustausch der Referenten Thema waren. Das Kurskonzept der DGBT hat sich inzwischen als sehr tragfähig erwiesen, aber natürlich sind regelmäßige Updates nötig.

Die anschließende Plenumsveranstaltung eröffnete den Kongress für alle Teilnehmer und gab eine Übersicht zu aktuellen Anwendungsgebieten von Botulinumtoxin A (BTX-A).

Im ersten Vortrag stellte PD Maurizio Podda in einem umfassenden und detaillierten Vortrag das anatomische Grundlagenwissen dar, welches für die korrekte Behandlung mit Fillern und Botulinumtoxin A Voraussetzung ist. In weiteren Vorträgen von Dres. Welf Prager, Robert Birk, Gerhard Sattler und Luitgard Wiest wurde die historische Entwicklung sowie der aktuelle Stand der ästhetischen BTX-Therapie dargestellt. Der Beitrag von Dr. Sabine Stangl zu wichtigen Studiendaten bezüglich der Sicherheit der ästhetischen BTX-Therapie rundete diesen Bereich ab.

Um das große Behandlungsspektrum von BTX-A in der Übersicht darzulegen, wurden die rein ästhetischen Indikationen diesmal durch Vorträge zu anderen Einsatzgebieten ergänzt. Dr. Wolfgang Jost aus Wiesbaden gab aus Sicht eines Neurologen eine für die Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit äußerst umfassende Übersicht über das große Spektrum der neurologischen Indikationen, während Prof. Uwe Wollina über die erfolgreiche  Behandlung der Analfissur berichtete. Einen Grenzbereich zwischen medizinischen und ästhetischen Aspekten beschrieb Dr. Boris Sommer, da BTX-A bei der Behandlung hypertrophierter Masseteren sowohl kausal zur Therapie des Bruxismus als auch zur Verschmälerung eines zu stark ausgeprägten Kinnbereiches eingesetzt werden kann.

Mit dem letzten Vortrag am Freitag wurde bereits auf das Thema des kommenden Tages übergeleitet, in dem Dr. Hervé Raspaldo eine erste Übersicht zur volumetrischen Augmentation im Gesamtkonzept der minimal-invasiven Gesichtsverjüngung gab.

Die Plenumveranstaltung am Samstagmorgen galt dann den Gesamtkonzepten in der Ästhetik. Zum Erreichen optimaler Ergebnisse sollten die verschiedenen Verfahren minimal-invasiver Gesichtsverjüngung sinnvoll kombiniert eingesetzt werden. Auf diese Art kann das heutzutage angestrebte Ziel einer schonenden, sanften und natürlichen Rejuvenierung am idealsten erreicht werden.
Über die derzeit als Goldstandard geltende Kombination von BTX-A und Fillern in der Faltentherapie gab Dr. Anita Rütter den einleitenden Vortrag, den Dr. Reinhard W. Gansel mit Aspekten zu Verordnungsfragen ergänzte.

Dres. Raspaldo und Sommer berichteten über das neue durchaus als revolutionär zu bezeichnende Konzept der Volumenaugmentation, welches eine der Ursachen der Alterung, den Volumenverlust, sinnvoll korrigiert und das Armentarium der minimal-invasiven Gesichtsverjüngung entscheidend bereichert.

Erfahrungen mit neuen Lasertechnologien, insbesondere den fraktionierten Lasersystemen wurden von den Dres. Christian Raulin, Tanja Fischer und Klaus Hoffmann vorgestellt.

Dass nach wie vor professionell durchgeführte Peelingbehandlungen ihren Stellenwert in der Behandlung der Hautoberfläche durchaus behaupten, wurde mit dem anschließenden Vortrag von Dr. Luitgard Wiest eindrucksvoll dokumentiert. Dr. Matthias Imhof zeigte in seinem anschließenden Referat, dass während für eine Behandlung mit nativer Hyaluronsäure durchaus Wirksamkeitsbelege vorliegen, derzeit keine gesicherten Daten für die Mischcocktails der Mesotherapie existieren.
Es folgten Vorträge von Dr. Klaus Fritz zu steuerrechtlichen Aspekten der BTX-A-Therapie sowie ein viel beachteter Beitrag der Justitiarin der DGBT, Dr. Gwendolyn Gemke, zu juristischen und abrechnungstechnischen Aspekten ästhetischer Leistungen.

Parallel zu den Vorträgen wurde interessierten Teilnehmern in exklusiven Workshops die Möglichkeit zur Optimierung der BTX-Injektionstechnik sowie zur eigenständigen Entwicklung von Kombinations-Therapieschemata in Kleingruppen durch erfahrene DGBT Referenten angeboten.

Die Nachmittags-Seminare boten die Möglichkeit, sich in kleinen Gruppen über Schwerpunktthemen wie Hautalterungstypen und deren Prävention sowie  besondere therapeutische Herausforderungen bei der ästhetischen Therapie, zum Beispiel von Männern oder bei problematischen Patienten zu informieren.

In Ergänzung der Vortragsthemen fanden auch Seminare zu Fillern, Lasern sowie Volumenaufbau statt. Das Echo auf Aufbau und Programmgestaltung war von Teilnehmerseite durchweg positiv. Die Referenten konnten sich über ein sehr  interessiertes und engagiertes Publikum freuen.

Und last but not least trug ein mehr als gelungener Gesellschaftsabend zu einer entspannten und von allen Seiten als sehr angenehm und familiär empfundenen Gesamtstimmung bei.

Das positive Feedback bestärkt die DGBT in dem Beschluss, auch im kommenden Jahr wieder eine Jahrestagung durchzuführen. Dabei werden die diesmal gesammelten Erfahrungen wieder helfen, das Programm und die Gestaltung spannend und ansprechend zu halten und weiter zu optimieren.
Zum Ende des Kongresses lagen auch bereits die ersten Anmeldungen für die Dritte Jahrestagung vom 26. bis 27.2. 2010 vor.

Pressemitteilung zur 2. Jahrestagung der DGBT